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Geisterschiff
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Als Geisterschiffe werden Schiffe bezeichnet, die verlassen auf See aufgefunden wurden oder, eigentlich schon verloren geglaubt, unter mysteriÜsen Umständen wieder auftauchen oder gesichtet werden. Ein ähnlicher Fall ist von einem Luftschiff ßberliefert.
Contents
⢠Vorfälle
⢠Seefahrt
⢠Luftfahrt
⢠Medien
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Vorfälle
Seefahrt
Auswahl an bekannten historischen Vorfällen
⢠Eines der berĂźhmtesten Geisterschiffe ist die Mary Celeste, die 1872 ohne Besatzung treibend zwischen den Azoren und Portugal gefunden wurde. Von den zehn Menschen an Bord fehlte jede Spur. Es wurde später gemutmaĂt, dass versehentlich entstandene Ethanol-Dämpfe (die Ladung bestand aus Rohalkohol in Fässern) die Besatzung zur geplanten (zeitweiligen) Flucht in einem Beiboot gezwungen hatten, das Schiff aber abtrieb und eine RĂźckkehr der Besatzung und Passagiere an Bord dadurch verhindert wurde.
⢠Am 29. August 1884 fand das britische Kanonenboot Mallard vor Neufundland, nordĂśstlich Conception Bay South, die treibende walisische Brigg Resolven. Von den zehn Personen an Bord fehlte jede Spur. Es wurde vermutet, dass die Besatzung das Schiff nur etwa sechs Stunden zuvor verlassen hatte, mĂśglicherweise nachdem die Brigg mit einem Eisberg kollidiert war (allerdings fanden sich nur leichte Schäden am Schiff). Die Resolven erhielt später den Spitznamen âThe Welsh Mary Celesteâ.cite-ref-1[1]
⢠Ein Geisterschiff des 20. Jahrhunderts ist der Fßnfmastgaffelschoner Carroll A. Deering. Auf der Rßckreise von Rio de Janeiro nach Newport News wurde der Schoner unter vollen Segeln am 31. Januar 1921 auf den Diamantuntiefen am Kap Hatteras gestrandet aufgefunden. Kein Mitglied der elfkÜpfigen Besatzung war an Bord oder wurde später gefunden, alle Rettungsboote waren verschwunden, ebenso die Navigationsgeräte.cite-ref-2[2] Lediglich die Schiffskatze wurde vorgefunden, als die US-Kßstenwache das Schiff betrat. Trotz intensiver Suchoperationen und Untersuchungen von mehreren US-BundesbehÜrden konnte nie mit Sicherheit geklärt werden, was an Bord geschehen war. Die Besatzung blieb spurlos verschwunden; das Wrack selbst lag auf Grund und wurde im März 1921 durch Sprengungen weitgehend zerstÜrt, da man es als eine Gefahr fßr die Schifffahrt ansah.
⢠Ein aufgeklärter Fall eines Geisterschiffs ist der des deutschen Zweimastschoners Seeschwalbe, der am 23. Oktober 1921 im Sturm vor Memel nachweislich sank und dessen Besatzung gerettet wurde. Eine Woche später strandete das Wrack an der Kurischen Nehrung. Eine Untersuchung des Wracks ergab, dass durch den harten Aufprall auf dem Meeresboden der altersschwache Holzrumpf aufbrach und der Steinballast herausfiel. Danach schwamm das Wrack aufgrund seiner Holzladung wieder auf und legte innerhalb einer Woche rund 100 km zurßck.cite-ref-3[3]
⢠Im Oktober 1923 geriet der kanadische Viermastschoner Governor Parr, auf dem Weg von Nova Scotia nach Buenos Aires, vor der US-OstkĂźste in einen schweren Sturm und musste nach beträchtlichen Seeschäden aufgegeben werden. Die Crew wurde von dem US-Frachter Schodack gerettet. Das beschädigte und besatzungslose Schiff trieb danach auf dem Atlantik umher, zuletzt soll das Segelschiff im Oktober 1924 nahe der Kanarischen Inseln gesichtet worden sein â rund ein Jahr nach der Rettung der Besatzung und rund 2000 Seemeilen vom UnglĂźcksort entfernt.cite-ref-4[4] Das finale Schicksal des Schiffes ist unklar.
⢠Ein weiteres bekanntes Geisterschiff war die Baychimo. Der mit 1322 BRT vermessene Frachtdampfer versorgte unter anderem abgelegene Siedlungen in den kanadischen Nordwest-Territorien und in Alaska und wurde im Oktober 1931 im Packeis eingeschlossen, worauf die Besatzung das Schiff aufgab. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten, zuletzt (angeblich) im Jahr 1969, wurde das treibende Schiff, das vermutlich zeitweilig vom Packeis wieder freigegeben worden war, immer wieder gesichtet. Eine Suchoperation im Jahr 2006 erbrachte jedoch kein Ergebnis.
⢠Im Jahr 1933 wurde im Barkley Sound (einer Bucht von Vancouver Island) das treibende Rettungsboot No. 5 des gesunkenen US-Passagierschiffes Valencia aufgefunden. Die Valencia war bereits 1906 vor der Juan-de-Fuca-StraĂe auf ein Riff gelaufen und unter hohen Opferzahlen gesunken. DafĂźr, dass das Rettungsboot rund 27 Jahre lang auf dem Meer getrieben war, befand es sich in einem vergleichsweise guten Zustand. Im Kontext der TragĂśdie der Valencia wurden später zahlreiche Geistergeschichten postuliert, die unter anderem auch die Sichtung von Rettungsbooten mit angeblich noch darin sitzenden Skeletten zum Thema hatten.
⢠Während des Zweiten Weltkrieges wurde am 15. Januar 1942 der britische Tanker Diala im Nordatlantik von einem deutschen U-Boot torpediert und von der Besatzung verlassen. Der beschädigte Tanker trieb mehr als zwei Monate auf dem Atlantik, ehe er am 23. März 1942 von einem anderen deutschen U-Boot endgßltig versenkt wurde.cite-ref-5[5]
⢠Bis heute nicht vollständig geklärt ist der sogenannte Ourang-Medan-Zwischenfall. Angeblich wurde der Frachter Ourang Medan im Juni 1947 sßdÜstlich der Marshallinseln mit einer toten Besatzung an Bord treibend aufgefunden, sank aber kurze Zeit nach der Auffindung durch eine Explosion an Bord. Da die Quellenlage zu dem Vorfall jedoch sehr dßrftig ist und zudem die wenigen genannten Fakten teils erhebliche Diskrepanzen aufweisen, ist nicht gesichert, ob sich der Zwischenfall ßberhaupt jemals ereignet hat.
⢠Im Fidschi-Archipel, vor der Kßste von Vanua Levu, wurde im November 1955 das US-amerikanische Fracht- und Fischerboot Joyita, eine 21 m lange ehemalige Yacht, mit Krängung und halb ins Wasser eingetauchtem Deck treibend aufgefunden. Die 16 BesatzungsangehÜrigen sowie neun Passagiere waren spurlos verschwunden. Der Vorfall konnte letztlich nicht mit Sicherheit geklärt werden, es wurden indessen verschiedene Theorien aufgestellt, wonach sowohl eine Meuterei als auch ein Piratenangriff oder ein ßberraschender Wassereinbruch fßr den Zwischenfall verantwortlich sein kÜnnten.cite-ref-6[6] Die Joyita wurde später repariert und wieder in Betrieb genommen.
⢠Bis heute unaufgeklärt ist der Fall des portugiesischen Kßstenmotorschiffs Angoche. Das Schiff wurde im April 1971 vor der mosambikanischen Kßste treibend aufgefunden; von der 23 Mann starken Besatzung fehlt bis heute (2025) jede Spur. Die portugiesische Regierung machte die mosambikanische Untergrund- und Unabhängigkeitsbewegung Frente de Libertação de Moçambique fßr den Vorfall verantwortlich, was aber nie bewiesen werden konnte.
⢠Ende Oktober 1974 wurde das mit Zucker beladene norwegische Kßstenmotorschiff Gullstryk gestrandet auf dem Bill-Riff von Juist vorgefunden. Die Positionslampen brannten, es befand sich keine Besatzung an Bord. Nach Angaben von Norddeich Radio war der Frachter eine Woche zuvor vor der holländischen Kßste in Seenot geraten und die sechskÜpfige Besatzung von einem anderen norwegischen Schiff aufgenommen worden:
âAls âzumindest ungewĂśhnlichâ bezeichneten Fachleute auf Anfrage die Tatsache, daĂ der Havarist ohne Besatzung mehrere Tage in einer der meistbefahrenen SchiffahrtsstraĂen der Welt von der holländischen KĂźste bis nach Juist treiben konnte, ohne daĂ die zuständigen BehĂśrden davon verständigt wurden. Die Emder Wasserschutzpolizei hatte erst nach Beginn der Bergungsarbeiten am Freitag von dem Vorgang erfahren.â
â
Nordwest-Zeitung
vom 4. November 1974, S. 4
⢠Mitte August 1993 wurde das KĂźstenmotorschiff Bärbel ohne Mannschaft vor dem dänischen Esbjerg treibend aufgefunden. An Bord wurden Spuren einer gewalttätigen Auseinandersetzung und einer versuchten Brandstiftung von der dänischen Polizei sichergestellt. Dem einzigen Besatzungsmitglied, das nach der Entdeckung des Schiffes, lebend in einem RettungsfloĂ aufgefunden worden war, wurde vorgeworfen, die Mannschaft aus Habgier ermordet zu haben. Nach einem Prozess vor dem Landgericht OsnabrĂźck wurde der Ăberlebende 1995 jedoch aus Mangel an Beweisen freigesprochen.
Vorfälle seit dem Jahr 2000
⢠Im Januar 2003 wurde der in Indonesien registrierte Fischtrawler High Aim 6 ohne Besatzung vor der KĂźste des australischen Bundesstaates Western Australia treibend aufgefunden. Der letzte Funkkontakt zwischen Kapitän und Eigner (beide aus Taiwan) hatte relativ kurze Zeit zuvor in den 6500 km entfernten Marshallinseln bestanden. Bald darauf war das Schiff als vermisst gemeldet worden. Auf dem Schiff fand sich neben ausreichenden Vorräten an Lebensmitteln und Treibstoff eine Ladung von mehreren Tonnen verrottenden Fischs. Von der grĂśĂtenteils indonesischen Mannschaft zeugten nur die sieben ZahnbĂźrsten, die man in den UnterkĂźnften fand. Es gab keine Anzeichen fĂźr einen Kampf oder Diebstahl von Ladung.cite-ref-7[7]
⢠Ein weiterer bekannter Fall vor Australien ereignete sich drei Jahre später: Im März 2006 wurde vor der KĂźste des australischen Bundesstaates Queensland der treibende Tanker Jian Seng aufgefunden. Der Heimathafen des 80 m langen Schiffes war nicht mehr festzustellen, weil sowohl Name als auch Heimathafen am Heck Ăźbermalt worden waren. Indessen wurde herausgefunden, dass das Schiff schon Ăźber einen längeren Zeitraum verlassen gewesen sein musste. Da niemand AnsprĂźche auf den Tanker erhob und kein Eigner festzustellen war, wurde die Jian Seng im April 2006 schlieĂlich versenkt.
⢠Im August 2006 ereignete sich im Mittelmeer ein Geisterschiff-Vorfall: Vor der Kßste Sardiniens, nahe Porto Rotondo, wurde der treibende historisierende Segelschiffnachbau Bel Amica von der italienischen Kßstenwache aufgefunden. Der 20 m lange Zweimaster war vollständig von seiner Besatzung verlassen worden. Der Name Bel Amica gilt als nicht gesichert, jedoch wurde das Schiff anhand einer an Bord aufgefundenen Plakette, auf der diese Bezeichnung stand, so genannt.cite-ref-8[8] Allerdings fand sich in keinem Schiffsregister ein Eintrag ßber einen Schoner dieses Namens, auch ein Heimathafen konnten nicht eruiert werden. Gleichwohl meldeten italienische Medien später, dass der luxemburgische Geschäftsmann Franc Rouayrux der Eigner sein soll, der das Schiff aus Grßnden der Vermeidung von Luxussteuern, die auf solche Schiffe erhoben wird, aufgegeben haben kÜnnte.cite-ref-9[9]
⢠April 2007: Vor der KĂźste des australischen Bundeslandes Queensland fand die australische KĂźstenwache den 12 m langen Katamaran Kaz II auf. Von den drei BesatzungsangehĂśrigen fehlte jede Spur, obgleich an Bord die Computer eingeschaltet waren und auch die Maschine lief. Der Vorfall konnte nicht abschlieĂend geklärt werden.cite-ref-10[10]
⢠9. November 2008: Nahe den zu Kiribati gehĂśrenden Phoenixinseln entdeckte ein (sĂźd-)koreanisches Fischerboot den teilweise ausgebrannten und treibenden taiwanischen Trawler Tai Ching 21. Von den 29 Mann Besatzung fehlte jede Spur, ebenso befanden sich drei RettungsflĂśĂe und ein Rettungsboot nicht mehr an Bord. Eine Umgebungssuche durch zwei Flugzeuge blieb erfolglos. ZwĂślf Tage zuvor hatte der Kapitän des 57 m langen Schiffes ein letztes Satellitentelefonat gefĂźhrt, es wurde jedoch kein Notruf abgesetzt. MĂśglich ist, dass die Besatzung wegen des Feuers das Schiff verlassen hatte und danach auf hoher See umgekommen war.cite-ref-11[11]
⢠Am 24. März 2012 wurde von kanadischen Seeaufklärern das japanische Geisterschiff RyĹun Maru entdeckt, das seit dem Tsunami vom 11. März 2011 als vermisst galt. Das Fischereischiff, das in einem schlechten Zustand, aber weiterhin schwimmfähig war, war mehr als ein Jahr Ăźber den Pazifik getrieben. Am 5. April 2012 wurde es von der US-KĂźstenwache versenkt, um Gefahren fĂźr die Schifffahrt oder ein Aufgrundlaufen zu verhindern.
⢠Anfang 2013 wurde das in den 1970er Jahren gebaute, ehemals sowjetische Passagierschiff Lyubov Orlova, das sich im Schlepp zu einer Abwrackwerft in der Dominikanischen Republik befand, fßhrerlos, nachdem die Schleppverbindung im Sturm gerissen war. Seitdem trieb das Schiff als Geisterschiff auf dem Nordatlantik umher;cite-ref-spon-882106-12-0[12] mittlerweile wird allerdings davon ausgegangen, dass das Schiff auf unbekannter Position gesunken ist,cite-ref-13[13] zumal Ende Februar 2013 eine der automatisierten Notfunkbaken aktiviert wurde, was auf einen Wasserkontakt und damit auf ein Sinken hindeuten kann.
⢠Im September 2018 strandete an der KĂźste von Myanmar, im MĂźndungsgebiet des Sittaung, das 177 m lange Containerschiff Sam Ratulangi PB 1600.cite-ref-15[15] Bei der Untersuchung durch die KĂźstenwache stellte sich heraus, dass sich niemand an Bord befand und dass das Schiff in schlechtem Zustand und stark verrostet war. Spätere Nachforschungen brachten ans Licht, dass das groĂe Schiff zuletzt 2009 offiziell erfasst worden war und dass es sich im Schlepp zu einer Abbruchwerft in Bangladesch befunden hatte. Der Schlepper, der das Schiff in stĂźrmischem Wetter versehentlich âverlorenâ hatte, konnte einige Tage später von den BehĂśrden Myanmars identifiziert werden.
⢠Im Februar 2020 lief das Frachtschiff Alta in der Nähe des irischen Ortes Ballycotton (Grafschaft Cork) in stßrmischem Wetter auf Grund. Eine Besatzung befand sich nicht an Bord. Wie später recherchiert werden konnte, war die Besatzung bereits im Oktober 2018 wegen eines irreparablen technischen Defektes an der Maschine und wegen eines aufziehenden Sturmes von der US-Kßstenwache von Bord geholt worden. Seitdem war das Schiff fßhrerlos und weitestgehend unentdeckt auf dem Atlantik umhergetrieben.cite-ref-16[16]
⢠Am 6. Januar 2022 entdeckten Arbeiter einer Bohrplattform im Golf von Thailand den treibenden 56-m-Frachter Jin Shui Yuan 2, der ohne Besatzung umhertrieb. Das Schiff wurde von der thailändischen Marine untersucht. An Bord befanden sich keine Personen. Die Herkunft des Schiffes, das vermutlich aus China stammte, ist ungeklärt. Es sank bei einem Abschleppversuch; das Wrack wurde durch eine Boje markiert.cite-ref-17[17]
Nordkoreanische Geisterschiffe
⢠Zwischen Oktober und Dezember 2015 strandeten an der japanischen WestkĂźste, unter anderem nahe Wajima, insgesamt zwĂślf hĂślzerne Boote, mĂśglicherweise Fischereifahrzeuge, die in erheblich verrottetem Zustand waren. An Bord der Boote fand die japanische KĂźstenwache insgesamt 22 stark verweste, teils skelettierte Leichen (hierbei alleine zehn an Bord eines Bootes) sowie in einem Falle sechs menschliche Schädelcite-ref-18[18]. Die genaue Herkunft der Holzkutter, die längere Zeit auf dem Meer getrieben sein mussten, konnte bislang nicht zweifelsfrei geklärt werden. Es wurde jedoch gemutmaĂt, dass es sich um FlĂźchtlingsboote oder Fischereifahrzeuge aus Nordkorea handeln kĂśnnte.cite-ref-spon-1065379-19-0[19]
⢠2016 wurden 66 Boote vermutlich nordkoreanischer Herkunft mit toten KÜrpern an Bord an die japanische Westkßste getrieben. Es lieà sich nicht immer feststellen, ob es sich bei den teils skelettierten Leichen um verunglßckte Fischer oder um Flßchtlinge gehandelt hatte.cite-ref-20[20]
⢠2017 wurde in Summe eine Rekordzahl von mehr als 100 fßhrerlosen nordkoreanischen Fischerbooten vor oder an Japans Kßste gefunden. Mit aufkommendem Winterwind aus Nordwesten ab November häufen sich die Fälle. Als Ursachen werden gesehen: Nordkorea hat Fischereirechte in kßstennahen Gebieten an China verpachtet, sodass die nordkoreanischen Fischer weiter hinaus in internationale oder sogar widerrechtlich in japanische Gewässer fahren. Lebensmittelknappheit im Land treibt die Fischer, Treibstoff und Proviant gehen aus, Motoren versagen, die Fischer sterben an ErschÜpfung und Unterkßhlung.cite-ref-21[21]
⢠2019 wurden laut der Tageszeitung Yomiuri Shimbun mindestens 156 Geisterschiffe mit vermutetem Ursprung Nordkorea nach Japan getrieben.cite-ref-22[22]
Weitere Erklärungsmodelle: Piraterie und Versicherungsbetrug
Heutzutage kĂśnnen plĂśtzlich verschwundene und unerwartet wiedergefundene âGeisterschiffeâ Fälle von Versicherungsbetrug oder moderner Piraterie darstellen.cite-ref-23[23] So verschwand das unter panamaischer Flagge fahrende Schiff Tenyu in der Nacht zum 27. September 1998 in der StraĂe von Malakka mit einer Ladung von Aluminium im Wert von zwei Millionen Euro. Nach dreimonatiger Fahndung wurde es schlieĂlich im chinesischen Hafen Zhang Jiagang aufgespĂźrt, allerdings vĂśllig unkenntlich umgebaut, neu gestrichen und mit einem neuen Namen versehen. Es hieĂ jetzt Sanei 1, ein Name, der von einem tatsächlich existierenden japanischen Schiff Ăźbernommen worden war und worauf sogar legale Papiere in Honduras ausgestellt worden waren.cite-ref-24[24] An Bord befanden sich sechzehn neue indonesische Seeleute, und obwohl später drei von ihnen als Teilnehmer einer Gang von Piraten identifiziert wurden, die 1995 das Schiff Anna Sierra gekapert hatten, wurden die Besatzungsmitglieder nicht verurteilt. Die ursprĂźngliche Besatzung der Tenyu gilt als tot.
Luftfahrt
Auch von einem Luftschiff ist ein âGeisterschiff-Zwischenfallâ bekannt. Das US-Marine-Luftschiff L-8 landete am 16. August 1942 mit erschlaffter HĂźlle, eingeschalteter Motorensteuerung, intakter Kabine mit offener TĂźr und ohne jede Spur von der Besatzung auf einer StraĂe in Dale/Kalifornien. Der Verbleib der zweikĂśpfigen Mannschaft, die eine Patrouille vor San Francisco durchfĂźhren sollte, konnte nie aufgeklärt werden. Das Luftschiff wurde repariert und wieder in Dienst gestellt.
1970 kam es zum Cornfield-Bomber-Zwischenfall. Ein pilotenloser DĂźsenjäger landete mit eingezogenem Fahrwerk und ohne Cockpitabdeckung auf einem Feld bei Big Sandy in Montana/USA. Das Triebwerk lief noch und auch das Radargerät war noch aktiv. Einem Polizeibeamten, der beim lokalen LuftwaffenstĂźtzpunkt anrief und fragte, wie man das Flugzeug stilllegen kĂśnnte, wurde geraten abzuwarten. Es dauerte noch 1 Stunde und 45 Minuten, bis der Treibstoff verbraucht war. Der Vorfall lieĂ sich jedoch leicht aufklären. Kurz zuvor war die Maschine vom Typ Convair F-106, eigentlich ein Jäger und kein Bomber, bei einer Ăbung ins Trudeln geraten, so dass sich der Pilot zum Ausstieg per Schleudersitz gezwungen sah. Unmittelbar danach stabilisierte das nun fĂźhrerlose Flugzeug aber seine Fluglage, flog noch mehrere Kilometer und setzte dann bäuchlings auf dem Feld auf. Es wurde geborgen und wieder in den Einsatz gebracht, heute steht es in einem Museum.
Im Jahr 1989 ereignete sich ein ähnlicher Vorfall in Europa: Ăber der Ostsee musste der Pilot eines sowjetischen MiG-23-Kampfflugzeuges infolge eines Triebwerkproblems mit dem Schleudersitz aussteigen. Die Maschine stabilisierte sich jedoch wieder, Ăźberquerte ohne Pilot Teile der DDR und der Bundesrepublik Deutschland und stĂźrzte schlieĂlich, nachdem der Treibstoff aufgebraucht war, nahe der belgischen Stadt Kortrijk auf ein Bauernhaus. Eine Person am Boden kam dabei ums Leben. Die Sowjetunion leistete später eine Entschädigungszahlung und entschuldigte sich fĂźr den Vorfall.
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Hauptartikel
:
Absturz einer fĂźhrerlosen MiG-23 Ăźber Belgien
Medien
Geisterschiffe sind auch ein beliebtes Thema in Filmen, Literatur und musikalischen Werken. Dabei sind sie oftmals ein beliebtes Objekt in Verbindung mit Piraten. Manche Geschichten um Geisterschiffe beziehen sich auf das âberĂźchtigteâ Bermudadreieck, in dem angeblich mehr Schiffe auf ungeklärte Weise verloren gegangen sein sollen als sonst irgendwo auf der Welt. Nach statistischen Daten der Versicherungsagentur Lloydâs in London vom 4. April 1975 sind jedoch hier seit 1955 nicht mehr Schiffe verloren worden als in vergleichbar groĂen Gebieten.cite-ref-25[25]
Geisterschiffe in musikalischen Werken
⢠Der fliegende Holländer, Oper von Richard Wagner
⢠Le vaisseau fantôme. Oper von Pierre-Louis Dietsch
⢠Das Geisterschiff. Lied von Schandmaul
⢠The Rime of the Ancient Mariner. Lied von Iron Maiden (auf dem Album Powerslave) nach dem gleichnamigen Gedicht von Samuel Taylor Coleridge
⢠Das Geisterschiff. Titel zum Film âDas Geisterschiffâ gesungen von Hans Hartz (1998/99), komponiert von Pelizaeus
Geisterschiffe in Filmen
⢠Das Schiff ohne Hafen (1932)cite-ref-26[26]
⢠die Altair in The Ghost Ship (1943)cite-ref-27[27]
⢠Ghost Ship (1952)cite-ref-28[28]
⢠Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen (El Buque maldito, 1974)cite-ref-29[29]
⢠die Elizabeth Dane in The Fog â Nebel des Grauens (1980)
⢠Death Ship (1980)cite-ref-30[30]
⢠das US-Militärschiff USS Eldridge in Dakota Harris â Flug durchs Zeitloch (1986)
⢠Ghost Ship (1992)cite-ref-31[31]
⢠die Akademic Vladislov Volkov in Virus â Schiff ohne Wiederkehr (1999)
⢠die SS Corona Queen in Lost Voyage (2001)cite-ref-32[32]
⢠die Queen of Scots in Gefangen im Bermuda-Dreieck (The Triangle, 2001)
⢠die Antonia Graza in Ghost Ship (2002)
⢠die Black Pearl und die Flying Dutchman in den Fluch-der-Karibik-Filmen
⢠die Aeolus in Triangle â Die Angst kommt in Wellen (Triangle, 2009)
Geisterschiffe in Fernsehverfilmungen
⢠Seeabenteuer (The Buccaneers), Episode The Ghost Ship
⢠Kobra, ßbernehmen Sie (alternativ: UnmÜglicher Auftrag; engl. OT: Mission: Impossible), Folge 132: Das Geisterschiff
⢠die King George in Sea Quest, Staffel 1, Folge 9: Knight Of Shadows
⢠MacGyver, Staffel 3, Episode 4: Das Geisterschiff
⢠Supernatural, Staffel 3, Episode 6: MorgenrÜte
⢠Navy CIS, Staffel 5, Episode 6: Das Geisterschiff (Chimera)
⢠Kommando Stingray, Episode 8: Das Geisterschiff
⢠Akte X, Staffel 2, Episode 19: Totenstille
Geisterschiffe in der Belletristik
⢠Thomas Brezina: SOS vom Geisterschiff. Krimiabenteuer. Maier, Ravensburg 2001, ISBN 3-473-56223-8.
⢠Samuel Taylor Coleridge: The Rime of the Ancient Mariner. The Enitharmon Press, London 2005, ISBN 1-904634-14-1.
⢠Rosemary Dobson: Gedicht ßber das Geisterschiff Jenny: Rosemary Dobson: The Ship of Ice: With Other Poems. Angus and Robertson, 1948 (englisch, Erstausgabe: University of Michigan).
⢠Sir Arthur Conan Doyle: The captain of the Pole-star. In: Ders. The captain of the Pole-star : and other tales. Homewood Publishing Company, Chicago 1895.
⢠Wilhelm Hauff: Die Geschichte von dem Gespensterschiff. In: Ders.: Sämtliche Märchen. Patmos-Verlag, Dßsseldorf 2005, ISBN 3-491-96143-2.
⢠Frank Herbert: Der WĂźstenplanet. Heyne, MĂźnchen 2001, ISBN 3-453-18567-6 (Die Ampoliros, der legendäre âFliegende Holländer des Weltraumesâ).
⢠Alfred Hitchcock, AndrÊ Marx: Die drei Fragezeichen und das Geisterschiff. Kosmos-Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-440-07987-2.
⢠Edgar Allan Poe: The Narrative of Arthur Gordon Pym of Nantucket. Weltbild, Augsburg 2005, ISBN 3-8289-7925-4.
⢠Dietlof Reiche: Geisterschiff. Dtv, Mßnchen 2004, ISBN 3-423-62175-3.
⢠Sir Walter Scott: Rokeby. In: Ders.: The poetical works. OUP, London 1971, ISBN 0-19-254142-0.
⢠Bram Stoker: Dracula. Arena-Verlag, Wßrzburg 2007, ISBN 978-3-401-06110-8 (Demeter).
⢠Magdalena Petit:cite-ref-34[34] El Caleuche. (spanisch).
⢠Hansrudi Wäscher: Sigurd-Comic Das Geisterschiff â Piccolo-Sonderband Nr. 15, Nov. 1955, Das GroĂe Hansrudi-Wäscher-Buch, Norbert Hethke Verlag, 1987, ISBN 3-89207-059-8.
⢠S. WÜrishÜffer: Die Diamanten des Peruaners, 1889.
⢠B. Traven: Das Totenschiff, 1926.
⢠Vladimir Volkoff: Geheimagent Lennet jagt das Geisterschiff, Franz Schneider Verlag 1987 (Bd. 7 der Geheimagent-Lennet-Reihe).
Geisterschiffe im HĂśrbuch
⢠Rainer Gßlk (Hrsg.): Das Geisterschiff. Unheimliche Geschichten. Der HÜrverlag, Mßnchen 2004, ISBN 3-89940-469-6 (1 CD).
Literatur
⢠Olaf Fritsche: Gibt es Geisterschiffe wirklich? â Die Wahrheit hinter den Meeres-Mythen. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 2018, ISBN 978-3-499-63253-2.
⢠Vincent Gaddis: Geisterschiffe. Das Bermuda-Dreieck und andere ungelÜste Rätsel der Meere, Heyne, Mßnchen 1976, ISBN 3-453-00634-8.
⢠Hellmut Hintermeyer: Rätselhafte See. Untergänge, Aberglaube, Phänomene, Legenden. Pietsch, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-50409-X.
⢠Klaus Reuter: Taifune, Driften, Geisterschiffe. Hoch, Dßsseldorf 1977, ISBN 3-7779-0212-8.
⢠Eigel Wiese: Das Geisterschiff. Die wahre Geschichte der Mary Celeste. Europa, Hamburg 2001, ISBN 3-203-75103-8; als Taschenbuch: Bastei Lßbbe, Bergisch Gladbach 2003, ISBN 978-3-404-64195-6.
Weblinks
Wiktionary: Geisterschiff
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Commons
: Geisterschiffe
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: The Rime of the Ancient Mariner
â Quellen und Volltexte (englisch)
⢠Fluch und Segeln â Geisterschiffe auf Spiegel Online
⢠Geisterschiffe â Das grĂśĂte Rätsel der Seefahrt bei Welt der Wunder (4. Februar 2009)
⢠âLyubow Orlowaâ - ein Geisterschiff treibt im Nordatlantik Tages-Anzeiger, ZĂźrich 23. Februar 2013
Einzelnachweise
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cite-note-22. â Ray McAllister: Hatteras Island. Keeper of the Outer Banks. John F. Blair Publishing, Winston-Salem (NC) 2009, S. 38.
cite-note-33. â Klaus Reuter: Taifune, Driften, Geisterschiffe. Hoch Verlag, DĂźsseldorf 1977, ISBN 3-7779-0212-8.
cite-note-44. â John P. Parker: Sails of the Maritimes: the story of the three-and four-masted cargo schooners of Atlantic Canada. Hazel, Watson & Viney. Aylesbury 1960, S. 147.
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cite-note-spon-1065379-1919. â Rätselhafte Funde: Leichenschiffe an Japans KĂźste angespĂźlt. In: Spiegel Online. 1. Dezember 2015, abgerufen am 9. Juni 2018.
cite-note-2020. â Cleve R. Wootson Jr.: "A âghost shipâ washed ashore in Japan, and clues point to North Koreans", Washington Post vom 27. November 2017.
cite-note-2121. â Rätsel um Leichen an Bord orf.at, 29. Dezember 2017, abgerufen am 30. Dezember 2017. â Mit Berufung auf 6 Quellen.
cite-note-2222. â Erneut âGeisterschiffâ in Japan angespĂźlt orf.at, 29. Dezember 2019, abgerufen am 29. Dezember 2019. â Mit Bild eines gebrochenen Fischerboots aus Holz mit â laut KĂźstenwache â 7 stark verwesten Leichen, koreanischen Schriftzeichen, angespĂźlt auf der Insel Sado, 900 km weg von Nordkorea.
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cite-note-3333. â Wickie und die starken Männer (1972) Staffel 1, Folge 25: Das Geisterschiff. In: fernsehserien.de. Abgerufen am 8. August 2016.
cite-note-3434. â Magdalena Petit in der spanischsprachigen Wikipedia